childhood

Desperate Housewives



Manchmal geht es schneller als man glaubt. Heute morgen habe ich die letzten Folgen der letzten Staffel geschaut und noch nie so viel Rotz und Wasser geheult wie in den letzten Folgen dieser Serie.

Das Ende fand ich etwas blöd. Hauptsächlich, dass jeder plötzlich getrennte Wege gegangen ist. Wobei ich aber sagen muss, dass ich das mit Sicherheit auch getan hätte. In der Wisteria Lane ist zu viel passiert und das auch noch im großen Zeitraum von 10 Jahren, sodass es keinen mehr dort hält. Außerdem habe ich schon gemerkt, wie Susan sich langsam von Wisteria Lane verabschiedet hat. Im Wikipedia steht, dass es eine zweistündige Serienfinale geben soll, aber die letzte Episode hatte nur 40min?! Also ich habe keine Ahnung... Auf jeden Fall kam es so rüber, als ob die vier nie wieder Kontakt gehabt hätten. "Versprich es mir, dass wir uns auf jeden Fall zum Pokerspielen treffen!" "So sollte es aber nicht sein..." Kalifornien, Kentucky, New York und New Jersey? Schade, dass am Ende nicht noch mal irgendwie eingeblendet wurde, wo alle Darsteller an einem Ort zu sehen sind... Meinetwegen Thanksgiving oder so. Um einfach zu sehen, wie jeder sich entwickelt hat, wo man gerade steht etc. Denn alle der vier Frauen hatten in der letzte Folge einen Crash gehabt und ob nicht so etwas wie Regelmäßigkeit wieder da wäre.

Und was ich überhaupt nicht kapiere: Zu welchem Zweck wurde Mike jetzt getötet? Der war einfach weg vom Fenster und dieser Kredithai auch. Hä? Nur um einzufädeln, dass Susan auszieht? Ich glaube, Mike wäre auch so mit Sicherheit ausgezogen o.O Und die authentische Schwester - kurz eingeblendet und sie hatte keine weitere Rolle mehr gespielt. Wozu jetzt? Damit Julie ihr Baby doch noch behält? Was ist mit Porter? Der wurde auch nicht weiter erwähnt, nachdem Susan mit ihren Kindern ausgezogen war. Also das war alles ein wenig komisch, aber na ja...

Jedoch kann ich es nicht verleugnen, dass ich Herzklopfen bei den Gedanken hatte. Obwohl ich schon zweimal "getrennte" Wege gegangen bin, aber das Ende hat mir irgendwie noch mal klar gemacht wie radikal es diesmal ist... Die Schule liegt endgültig hinter mir, habe ein Auslandjahr gemacht um vor allen zu flüchten und nun bin ich in mein altes Leben zurückgekehrt und habe dank dieser Episode festgestellt, dass nichts mehr so ist wie früher. Wenn ich anfange zu studieren, werde ich noch mal/schon wieder tausend neue Menschen kennenlernen. Auch wenn ich keine Angst davor habe, aber so langsam verstehe ich, dass viele ältere Erwachsene nur noch mit ihrer Familie abhängen - es ist anstrengend ständig neue Freundschaften zu schließen und sie dann wieder loszulassen, weil zum Beispiel berufliche Werdegänge ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Einer wandert komplett in ein anderes Land aus, eine zieht in eine andere Stadt und die eine ist plötzlich Mutter und hat kaum noch Zeit. So fängt jeder an oberflächlich zu bleiben und hat dann für eine kurze Zeit eine beste Freundin oder einen besten Freund, weil ein Schicksalsschlag passiert ist bis einer von ihnen wieder einen anderen Weg einschlägt. Wie soll man da bitteschön eine Freundschaft langjährig pflegen?

Letztes Wochenende gab es eine große Party im Edelfettwerk Hamburg - ich hätte da bestimmt sehr viele altbekannte Gesichter wieder getroffen und war zu 100% nicht bereit dazu. Ich weiß nicht, was mich daran gehindert hatte bis ich diese Episode gesehen habe: Ich hatte schlichtergreifend keine Lust oberflächlich zu sein und in Gesichter der Heuchelei zu blicken. Ich wollte nicht in ein Leben zurück, bei dem ich weiß, dass es keinen Sinn mehr hat. Sag mir bitte nicht, dass einer von euch gewusst hätte, was zu sagen wäre, wenn ihr vor der Person gestanden hättet und ihr ganz genau wüsstet, wen ihr da vor euch hättet? Eine Freundin, die sich kein einziges Mal bei dir meldet, während du im Auslandsjahr bist, sogar das Willkommenstreffen absagt, weil man krank ist, aber kein bisschen Worte wie "Willkommen zurück in Deutschland" über irgendwelche Kommunikationsart oder auch immer sagt/schreibt? Für mich bedeutet dies nur eins: Ich bin wohl nur eine Bekannte, mit der man in Hamburg zur Schule gegangen ist.

Ich bin in keinster Weise nachtragend - aber ich lasse hier gerade viele Freundschaften los, die mich viele Jahre begleitet haben. Man hat einfach viel zusammen erlebt. Das muss man auch erst mal verstehen und sacken lassen, dass man sich wohl jemand anderen suchen muss mit der Hoffnung, jemanden zu finden, der seinen Weg, den man gegangen ist, versteht und auch genauso oder zumindest so ähnlich tickt.

Ich tappe also noch im Dunkeln, halte mich bedeckt und schaue mich zuerst um, wie die Welt sich in Deutschland dreht. Es hat sich viel verändert - definitiv. Ich muss meinen Weg noch finden um einen Platz in Deutschland zu finden. In USA war es leicht, weil mich niemand kannte und ich so hätte neu anfangen können. Nach Essen will ich nicht zurück, genauso wenig zurück in die Gehörlosenszene. Ich glaube, es muss erst mal einige Zeit vergehen bis ich mich meiner Vergangenheit stellen kann um sagen zu können, dass ich nicht mehr die bin, die ich mal war.

Auf jeden Fall reicht es fürs Erste mit Serien. Habe seit Oktober 3 verschiedene Serien gesehen und das ist viel. Hatte natürlich viel Zeit dafür, weil ich nichts deutsches zum Lesen hatte. Jetzt ist meine Liste aber so lang und möchte mit Bücher in meinem Regal anfangen, die seit Jahren ungelesen darin stehen. Ich habe alle Elfenbücher von Bernhard Hennen, nur die Trilogie "Elfenwinter, Elfenlicht und Elfenkönigin" und "Elfenlied" habe ich noch nicht gelesen. Die anderen Bücher habe ich alle gelesen und hatte so die Schnauze voll, dass ich erst mal was anderes zum Lesen brauchte und somit ist die Serie stark in Vergessenheit geraten...

Mit diesen Worten sage ich gute Nacht - habe heute viel zu tun ♥︎
4.6.14 00:42
 


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